Mädchenpatenschaften
in Hargujirpar und Borobillepar / Bangladesh

 

Gemeinsam mit dem Projektpartner Mati Bangladesh, der vor Ort Dorfentwicklungsarbeit leistet, unterstützen wir im Millenniumsdorf Hargujirpar und auch in Borobillepar  extrem arme Familie durch Mädchenpatenschaften.

 

Hauptziel ist, die Mädchen ab ca. 12 bis 18 Jahren möglichst lange vor Schäden an Körper und Seele zu schützen, die durch die dort übliche Kinderheirat entstehen. Mit der finanziellen Unterstützung der Familien sollen die Kosten für das Schulmaterial, Schulgebühren, Bücher und Schulkleidung gedeckt werden. Ferner soll ein Beitrag zum Unterhalt der Mädchen geleistet werden, damit sie für die Familie nicht länger eine finanzielle Belastung darstellen.

In der Projektregion gibt es kaum Erwerbsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft. Kleinbauern und landlose Tagelöhner empfinden die mit hohen Kosten verbundene Schulbildung vor allem für Mädchen noch immer als Luxus.

 

Wenn das Mädchen zu Hause wohnt und die Schule besucht, bekommt die Familie eine Förderung von 145 € im Jahr.

 

Dieses Projekt ist inzwischen so erfolgreich, dass die Säuglings- und Müttersterblichkeit im Dorf Hargujirpar auf Null zurückgegangen ist, und fast alle geförderten Mädchen die Schule weiterbesuchen.

 

 

Nazia - eine alltägliche Geschichte in Bangladesch 

Dass Nazias Familie die Unterstützung durch die Schulpatenschaft dringend nötig hat, ist schon an ihrer einfachen zusammengeflickten Hütte zu sehen. Das Dach ist sehr löchrig und zu Monsunzeiten kommen große Mengen Wasser herein. Strom gibt es ohnehin nicht. Die Familie lebt mit ihren noch zu Hause verbliebenen vier Töchtern in einem einzigen Raum. Nazias  Schwestern sind 15, 10 und 8 Jahre alt. Da Nazias Vater aufgrund von Knieproblemen Schwierigkeiten beim Laufen hat und zudem unter einer Augenerkrankung leidet, kann er nicht mehr arbeiten. Die Mutter verdient mit zwei Putzstellen und einer weiteren Anstellung als Köchin insgesamt gerade mal 4000 Tk (40 €) im Monat. Um so erstaunlicher ist, dass sie es schafft,  ihren vier Töchtern den Schulbesuch zu ermöglichen. Die Schulen in Bangladesch verlangen jährliche sowie monatliche Gebühren, und so ist es nicht verwunderlich, dass viele arme Familien keine andere Möglichkeit sehen, als ihre Töchter möglichst früh in die vermeintliche Sicherheit zu verheiraten oder arbeiten zu schicken–meist gegen sehr geringe Bezahlung. Nazias Mutter Saliha  bringt hingegen sogar Geld für Nachhilfe auf, die aufgrund des lückenhaften Unterrichts in Bangladesch leider notwendig ist. Gerade hat Nazia die 9. Klasse beendet. Sie ist eine gute Schülerin und besondere Begabung hat sie in ihrem Lieblingsfach Mathematik. Sie hofft,mit einem Schulabschluss eines Tages ein besseres Leben führen zu können. Derzeit lebt sie allerdings unter beklemmenden Bedingungen. Ihre Mutter verließ das Mati-Sparprogramm, da die Familie nicht genug hat, um auch nur einige Taka zur Seite zu legen. Die Verwandtschaft ist ebenfalls arm und kann nicht helfen. Nur gelegentlich kann die Familie etwas Fleisch oder Eier von ihren derzeit fünf Hühnern verkaufen. Nazias  15-jährige Schwester wird ab Januar auch über eine Mädchenpatenschaft unterstützt.

 

(Name und Foto aus Datenschutzgründen geändert)

 

 

 

Auch 2017 war das Patenschaftsprogramm für Mädchen sehr wichtig.

Mädchen sind immer die ersten Opfer knapper Ressourcen  - als durch die verheerenden Überschwemmungen viele Bauarbeiter monatelang arbeitslos wurden, war dies der Grund, warum Mädchen ihrer Familie die Schulausbildung abbrechen mussten und verheiratet wurden. Dies betraf 2017 leider drei Mädchen.

 

 

 

Hier gehts zum Info-flyer!

 

Mädchenpatenschaften_Flyer_3.pdf
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