Dorfentwicklung in Bangladesch

 

Bei einem Besuch in der Projektregion von MATI im Norden von Bangladesh 2009 entstand die Idee, mit der Bevölkerung des kleinen Dorfes Hargujirpar die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (MDG) exemplarisch zu verwirklichen.

 

Bangladesch, im südlichen Asien gelegen, zählt zu den ärmsten und am dichtesten bevölkerten Staaten der Erde. Rund 130 Millionen Menschen leben derzeit auf einer Fläche, die weniger als halb so groß wie Deutschland ist. 45 Mio. davon sind Kinder unter 15 Jahren.

Das Entwicklungsprojekt Mati arbeitet seit Anfang 1997 im Norden Bangladeschs, in mehreren Dörfern in der Region Chandrokona, Distrikt Sherpur, nahe der indischen Grenze.

 

In Hargujirpar leben etwa 1.500 Menschen in 300 Haushalten, davon 70% in extrem armen Verhältnissen. Die MDGs sollten den Rahmen abstecken, während die Ziele, die Prioritäten und die Strategie der Umsetzung gemeinsam mit der Dorfbevölkerung entwickelt wurden. Dabei rückten die Entwicklungs-Ziele 1 bis 5 in den Vordergrund, nämlich die Halbierung der Armut, die Grundschulbildung der Kinder, die Gleichstellung der Geschlechter, die Verringerung der Kindersterblichkeit und die Verbesserung der Gesundheit der Mütter.


Trotz Schulpflicht fallen viele Kinder des Dorfes früh aus dem Schulsystem und bleiben Analphabeten. Deshalb wurde als eine der ersten Maßnahmen ein Gemeinschaftshaus gebaut. Hier gibt es jetzt eine Vorschule, in der die Kinder auf den Übergang in die staatliche Schule vorbereitet werden.

 

Einkommen schaffende Maßnahmen

Die meisten Frauen des Dorfes haben kein eigenes Einkommen, ihre Männer arbeiten als Tagelöhner für geringes Geld. Am Nachmittag lernen die Frauen im Gemeinschaftshaus nähen, eine Fähigkeit, die ihnen später ein eigenes Einkommen verschaffen wird und die Ernährungssituation ihrer Familien verbessert.

Auch mit Viehaufzucht und Handel können sie ein eigenes Einkommen erwirtschaften.  Als Anschub dienen zinslose Darlehen. Über die Vergabe der Darlehen entscheiden die Frauengruppen selbst.

Zwei Drittel der Dorfbewohner hatten zu Beginn keinen Zugang zu sauberem Wasser, Toiletten gab es keine.
Nun verbessern mehrere Brunnen und Toiletten die Hygiene, die sanitären Verhältnisse und damit die Gesundheit der Menschen in Hargujirpar. Für eine grundlegende Verbesserung der Dorfgesundheit wurde die sanitäre Infrastruktur noch weiter ausgebaut.

Die Dorfbewohner leiden hauptsächlich an den Folgen der Unterernährung. Magen- und Darmerkrankungen sind ein großes Problem, die Mütter- und Kindersterblichkeit ist hoch.
Regelmäßig sorgen medizinische Helfer nun für die Basisgesundheit im Dorf. Ein medizinischer Notfallfonds wurde eingerichtet. Für schwierigere Fälle steht in Mymensingh bei MATI eine Ambulanz zur Verfügung.

 

Die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2015:

  1. Extreme Armut und Hunger in der Welt halbieren
  2. Allen Kinder eine Grundschulausbildung ermöglichen
  3. Die Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte von Frauen fördern
  4. Die Kindersterblichkeit verringern
  5. Die Gesundheitsversorgung der Mütter verbessern
  6. HIV/ Aids, Malaria und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen
  7. Den Umweltschutz verbessern, Umweltressourcen schonen
  8. Eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen

 

 

 

Verheerende Überschwemmungen im Projektgebiet im August 2017.

Die Ernte ist vernichtet. Unser Kooperationspartner  Mati e.V. hilft mit Reisspenden. http://matibangladesh.org/?lang=de

 

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